Wer hätte gedacht, dass ich mal eine Rundreise durch Österreich mache und dabei hauptsächlich wandern gehe? Hätte mir das jemand vor einem Jahr gesagt ‑ ich hätte wahrscheinlich den Kopf geschüttelt und gelacht. Geplant war Panama und dann kam Corona. Aber egal was passiert, es hat immer etwas Gutes, daran glaube ich zumindest.
Also mal ehrlich, was gibt es schöneres als im Sommer bei angenehmen 20 Grad oben auf dem Berg zu sitzen, ein Bier zu trinken und ´nen Kaiserschmarren essen. – Ich finde nichts!
Ausgangspunkt Glocknerhaus
Circa 10 Minuten von Heiligenblut weg, startet die Tour. Ausgangspunkt Glocknerhaus an der Hochalpenstraße, dort könnt ihr auch direkt euer Auto parken. Wer, wie wir, früh morgens kommt, kann den Sonnenaufgang und das Licht, das sich an den Bergen und im See spiegelt, bestaunen. Direkt hinter dem Haus startet die Route. Man läuft zuerst bergab über Almwiesen auf den Magaritzen Speichersee zu. Ihr überquert den See dann direkt an der Speicherwand und läuft einmal an der Seite um ihn rum. Hinten im Horizont lässt sich schon der Gletscher erkennen. Auf dem Weg trifft man auch ein paar zutrauliche Schafe und wenn man ganz viel Glück hat vielleicht sogar ein Murmeltier oder Steinbock. Doch die Murmeltiere sind ziemliche Langschläfer und kommen meistens erst Mittags aus ihren Löchern.

Über die tosende Möll zum Gletscher
Wenn ihr dann den See hinter euch gelassen habt und der erste Anstieg losgeht, müsst ihr unbedingt nochmal einen Blick nach hinten werfen. Auch von dieser Perspektive sieht der See unglaublich schön aus. Nach weiteren kleinen Anstiegen über den Elisabethfelsen erreicht ihr auch schon die bekannte Hängebrücke. Diese führt über die tosende und direkt dort entspringende Möll. Weiter geht’s über die ersten Gletschermoränen und Schneeflächen. Nach kurzer Zeit taucht dann auch schon der Sandersee auf, in dem sich der Gletscher spiegelt. Die Atmosphäre hier ist Wahnsinn. Es ist wirklich beeindruckend einen Gletscher mal aus nächster Nähe zusehen und das im Sommer. Wir legten erstmal eine Pause ein, um den Anblick zu genießen.
Kurz bergab, kann man einen Abstecher auf den gesicherten Bereich des Pasterzengletschers machen. Dort kann man sich auch an verschiedenen Jahres‑Tafeln anschauen, inwieweit die Klimaerwärmung den Gletscher bereits zerstört hat und zerstören wird..

Weiter über Gamsgrubenweg
Danach beginnt der steile Anstieg zur Franz‑Josefs‑Höhe. Man kann auch die Gletscherbahn nehmen und um ca. ½ Stunde verkürzen. Wir sind aber alles gelaufen, auch wenn`s sau anstrengend war, der Blick auf den See und den Gletscher lohnt sich auch von oben! Und wenn ihr dann oben angekommen seid, könnt ihr euch ja erstmal ein Bier oder Almdudler leisten, denn das habt ihr euch danach safe verdient. Weiter geht`s über den Gamsgrubenweg. Dort müsst ihr euch vorher informieren, ob alle Tunnel geöffnet sind. Und zieht euch warm an, denn dort hat‘s maximal 1 Grad.
Wer keine Lust hat den gleichen Weg zurückzugehen, kann vom Restaurant „hoher Sattel“ zur Kapelle beim Pasterzenhaus laufen und noch einmal den Speichersee von oben bestaunen. Dort entdeckt ihr mit Sicherheit auch ein oder zwei Murmeltiere. Von dort aus ist es dann auch nicht mehr weit zum Ausgangspunkt.

Hinterlasse einen Kommentar