Madeira Trail – 5 Tage Weitwandern

7 Tage Madeira – Die perfekte Weitwander Tour!

Bewertung: 5 von 5.

Madeira – die Insel im Atlantik, die oft als „Blumeninsel“ bezeichnet wird. Wer hierherkommt, erwartet milde Temperaturen, üppige Natur und entspannte Urlaubstage. Was viele unterschätzen: Madeira ist wild. Rau. Und überraschend fordernd. Unsere Woche auf dem Madeira Trail führte uns zu Fuß einmal quer über die Insel – fünf Tage wandern, rund 85 Kilometer und über 6.900 Höhenmeter. Und genau dabei haben wir eine Seite von Madeira erlebt, die man so nicht erwartet..


Zusammenfassung der Etappen:
Tag 1: Ankunft in Funchal
Tag 2: Ribeira da Janela → Rabaçal: ↔️ 17 km | ⬆️ 840 hm | ⬇️ 630 hm
Tag 3: Rabaçal → Encumeada: ↔️ 21,7 km | ⬆️ 500 hm | ⬇️ 700 hm
Tag 4: Encumeada → Pico Ruivo: ↔️ 12 km | ⬆️ 1200 hm | ⬇️ 260 hm
Tag 5: Pico Ruivo & Santana: ↔️ 14 km | ⬆️ 140 hm | ⬇️ 1380 hm
Tag 6: Porto da Cruz → Machico: ↔️ 15,5 km | ⬆️ 620 hm | ⬇️ 620 hm
Tag 7: Abreise


Organisation mit Travelbase – wie sich das unterwegs anfühlt

Was die Reise mit Travelbase für mich so entspannt gemacht hat, war die Organisation im Hintergrund. Viele Dinge, um die man sich sonst selbst kümmern müsste, sind hier einfach schon geregelt. Man bekommt zu Beginn ein Briefing und alle Etappen in der App, sodass man genau weiß, wo es langgeht – auch offline. Jeder Tag hat ein klares Ziel, die Unterkünfte liegen entlang der Route und man muss sich unterwegs um nichts kümmern.

Wir waren eine Gruppe von zehn Leuten, die sich am ersten Tag kennengelernt haben. Danach läuft jeder für sich, aber man sieht sich immer wieder – mal unterwegs, mal abends in den Unterkünften. So ist man nie komplett allein, hat aber trotzdem die Freiheit, sein eigenes Tempo zu gehen. Und kann sich hin und wieder austauschen. Die Unterkünfte wechseln von einfach zu etwas komfortabler, was gut zur Reise passt. Auch Transfers wie der Shuttle zum Startpunkt sind organisiert. Am Ende bleibt vor allem das Gefühl, sich ganz aufs Wandern konzentrieren zu können – ohne sich ständig Gedanken um die Planung machen zu müssen.


Tag 1: Ankunft – Der erste Schritt ins Abenteuer

Mittags sind wir auf Madeira gelandet und wurden direkt am Flughafen abgeholt. Den Transfer hatten wir vorher schon mit dem Fahrer von Travelbase abgestimmt, was super unkompliziert funktioniert hat. Von dort ging es direkt weiter nach Funchal zu unserer ersten Unterkunft. Unsere erste Unterkunft war das Enotel Magnolia.

Die Unterkunft hatte alles, was man für den Start braucht:
einen Balkon, einen Pool, einen kleinen Wellnessbereich und Frühstück – also perfekt, um erstmal entspannt anzukommen.

Den Nachmittag haben wir am Pool verbracht und einfach die Sonne genossen, bevor wir später noch in die Stadt gegangen sind. Funchal hat direkt einen richtig guten Eindruck gemacht – viele kleine Gassen, kleine Läden, Märkte und Restaurants, alles sehr lebendig, aber trotzdem entspannt.

Unsere Highlights der Stadt:

  • 🍍 Mercado dos Lavradores – klassischer Markt mit Obst, Fisch und lokalen Produkten
  • 🏘️ Altstadt (Zona Velha) – kleine Gassen, viele Restaurants und bemalte Türen
  • 🌊 Promenade & Hafen – perfekt für einen entspannten Spaziergang am Abend
  • 🚡 Seilbahn nach Monte – schöner Blick über die Stadt

Zum Abendessen gab es dann frischen Fisch, klassisch für den ersten Abend auf Madeira. Am ersten Tag ist man noch für sich unterwegs. Die Gruppe und die Reiseleitung lernt man erst am nächsten Morgen kennen, wenn die Wanderung startet. Mit einem gefüllten Magen und einem zufriedenen Lächeln auf dem Gesicht ließen wir den Abend ausklingen. Morgen sollte es richtig losgehen!


Tag 2: Erste Wanderung: Ribeira da Janela → Rabaçal

Frisch ausgeschlafen und gespannt auf den ersten richtigen Wandertag ging es für uns los zum Startpunkt nach Ribeira da Janela. Nach einem kurzen Briefing und dem Kennenlernen der Gruppe begann das Abenteuer.

Auf dieser Etappe standen vor allem Bäume, Wasserfälle und Levadas im Fokus. Die Route selbst war mit 17 km und 840 Höhenmetern im Aufstieg ein guter Einstieg – nicht zu leicht, aber genau richtig, um sich an die kommenden Tage heranzutasten.

🌳 Fanal-Wald
Einer der eindrucksvollsten Orte der gesamten Reise. Alte, knorrige Lorbeerbäume, oft in Nebel gehüllt, schaffen eine fast schon mystische Stimmung. Man läuft durch diese Landschaft und hat das Gefühl, in einer komplett anderen Welt zu sein.

🌿 Levada-Wege
Zum ersten Mal ging es entlang der typischen Levadas – schmale Wege, die sich an den Berghängen entlangziehen. Links die Felswand, rechts oft ein weiter Blick ins Tal. Ruhig, gleichmäßig und perfekt, um in den Rhythmus der Wanderung zu kommen.

💦 Wasserfälle & grüne Täler
Immer wieder tauchen kleine Wasserfälle auf, die direkt neben dem Weg verlaufen. Die Landschaft ist unglaublich grün und dicht, fast schon wie ein Regenwald.

🏡 Übernachtung: Rabaçal
Unsere Unterkunft lag ruhig mitten in der Natur, etwas abgelegen und passend zur Etappe eher einfach gehalten, aber gemütlich. Genau das, was man nach einem Wandertag braucht. Am Abend saßen wir dann mit der Gruppe zusammen, haben uns ausgetauscht und uns nochmal richtig kennengelernt. Es waren super unterschiedliche Menschen dabei, aber alle mit der gleichen Leidenschaft: Das Wandern.


Tag 3: Rabaçal → Encumeada, die längste Strecke

Am nächsten Morgen ging es direkt um 8 Uhr morgens weiter – und schnell wurde klar, dass dieser Tag anders wird als der davor. Länger, fordernder und wettertechnisch deutlich ungemütlicher. Es war die längste Tour – und der Tag, der am meisten in Erinnerung bleibt. Schon am Morgen hat man gemerkt, dass es heute intensiver wird. 

Auf dieser Etappe standen vor allem Durchhaltevermögen und mystische Madeira-Landschaft im Fokus. Mit 21,7 km sowie 500 Höhenmetern im Aufstieg und 700 im Abstieg war das die längste Etappe der Tour – und für uns definitiv die anstrengendste.

🌿 Wechsel zwischen Wald & offenen Passagen
Die Landschaft verändert sich aber wirklich ständig. Mal läuft man durch dichten Wald, dann wieder über offene Abschnitte mit Blick auf die Berge. Gerade dieser Wechsel macht die Strecke spannend, auch wenn sie sich zieht.

🌄 Bergkämme & Ausblicke
Gerade die Passagen oben auf den Kämmen bleiben im Kopf – normalerweise mit Weitblick über die Insel, wenn das Wetter mitspielt. Bei uns war es leider vernebelt.

⛰️ Tunnel & schmale Wege
Unterwegs durchquert man zwei Tunnel, die direkt in den Fels geschlagen wurden. Stirnlampe ist hier auf jeden Fall sinnvoll, weil es teilweise komplett dunkel wird und man die Hände frei haben will. Und das Verrückte war, dass wir unsere Badeschuhe anziehen mussten, weil die Tunnel überschwemmt waren. Was ein Abenteuer ich sag’s euch!

🚐 Escape Points unterwegs
Was an diesem Tag auch gut zu wissen war: Es gibt zwei sogenannte Escape Points entlang der Strecke. Das sind Stellen, an denen man die Route verlassen kann, falls das Wetter zu schlecht wird oder die Kräfte nachlassen.

🏡 Übernachtung: Encumeada
Die Unterkunft liegt direkt am Pass, mit Blick in beide Täler. Den wir bei dem Wetter leider nicht hatten. Nach so einem Tag fühlt sich das fast schon wie Luxus an – eine Dusche, trockene Sachen und einfach sitzen. Am Abend haben wir wieder zusammen gegessen und den Tag Revue passieren lassen. Gerade nach dieser Etappe hat man gemerkt, wie unterschiedlich jeder den Tag erlebt hat – aber am Ende saßen alle gemeinsam da, müde, aber zufrieden.


Tag 4: Encumeada → Pico Ruivo

Der vierte Tag ist eigentlich eines der großen Highlights der Tour, auf den Pico Ruivo, mit 1.862 Metern der höchste Punkt Madeiras.

Der Weg führt entlang des zentralen Gebirgskamms, mit schroffen Graten auf beiden Seiten und – bei gutem Wetter – freien Blicken über die gesamte Insel. Genau diese Etappe ist bekannt für ihre spektakulären Ausblicke und die besondere Landschaft hoch oben in den Bergen.

⛰️ Bergkamm & Höhenlage
Schon beim Aufstieg merkt man, dass man sich auf einer ganz anderen Höhe bewegt. Die Landschaft ist rauer, offener und deutlich alpiner als an den Tagen zuvor.

🌫️ Wetter
Bei uns hat das Wetter an diesem Tag leider nicht mitgespielt. Viel Nebel, enorm viel Regen und keine Sicht – Bedingungen, bei denen man gut abwägen muss, wie weit man gehen möchte. Wir haben uns deshalb entschieden, die Etappe nicht komplett zu laufen. Stattdessen sind wir vom Parkplatz zum Gipfel und wieder zurück – etwa 300 Höhenmeter im Auf- und Abstieg.

⛰️ Pico Ruivo Gipfel
Auch wenn die Sicht gefehlt hat, war es trotzdem ein besonderer Moment, oben zu stehen. Man weiß, dass man am höchsten Punkt der Insel ist – auch wenn man die Aussicht nur erahnen kann.

An sich wäre das wahrscheinlich die Etappe mit der besten Aussicht über Madeira gewesen, schade, dass wir genau das verpasst haben. Aber das ist auch Teil der Reise: Das Wetter entscheidet mit.

🚕 Weiterfahrt zur Unterkunft
Da die Bedingungen nicht besser wurden, sind wir anschließend mit dem Taxi weiter zur Unterkunft gefahren.

🏡 Übernachtung: Santana
In Santana angekommen, tat es gut, wieder im Trockenen zu sein. Die Unterkunft war bei einer Familie, rustikal eingerichtet und wir wurden abends traditionell gekocht. Das Essen war unfassbar lecker und hat den Tag wieder gut gemacht.

Am Ende bleibt vor allem ein Gedanke:
Für diese Aussicht müssen wir wohl nochmal wiederkommen.


Tag 5: Pico Ruivo → Santana

Der fünfte Tag führt eigentlich hinunter nach Santana – mit einem langen Abstieg durch die Berge. Auch wenn wir nicht die kompletten 1.380 Höhenmeter Abstieg gemacht haben, spürt man die Tage trotzdem in den Beinen. Gerade bergab merkt man, wie viel man die letzten Tage gelaufen ist. Mit rund 14 km ist die Etappe gut machbar, vor allem, weil man merkt, dass sich die Reise langsam dem Ende zuneigt.

🌊 Zurück Richtung Meer
Nach den Tagen in den Bergen war es ein richtig schönes Gefühl, langsam wieder Richtung Küste zu kommen. Die Luft wird milder, die Landschaft offener und irgendwann sieht man das Meer wieder.

🌿 Landschaft im Wandel
Die Umgebung wird wieder grüner und weicher, die Wege führen durch Täler und kleinere Orte. Alles fühlt sich ein bisschen ruhiger an als oben in den Bergen. Man begegnet hier auch ganz vielen Tieren wie Ziegen und Kühen.

🏡 Übernachtung: Richtung Santana / Küste
Unsere Unterkunft lag weiter unten, näher an der Küste. Nach den Tagen in den Bergen war das ein schöner Wechsel – etwas wärmer, entspannter und ein guter Übergang Richtung Abschluss der Reise.

Am Abend saßen wir wieder zusammen und haben gemerkt, dass es der vorletzte Wandertag war. Die Beine sind müde, aber gleichzeitig will man, dass es noch gar nicht vorbei ist.


Tag 6: Porto da Cruz → Machico

Der letzte Wandertag – und gleichzeitig der sonnigste der ganzen Reise. Nach den vielen wechselhaften Tagen war es fast ungewohnt, morgens mit Sonne zu starten. Mit einem kurzen Transfer ging es von Santana nach Porto da Cruz, wo die Etappe beginnt. Und schon nach den ersten Metern merkt man: Heute wird anders. Mit 15,5 km sowie +620 hm und -620 hm ist der Tag gut machbar, perfekte Abschlusstour.

🌊 Küstenpfade & Atlantikblick
Der Weg führt direkt entlang der Küste Richtung Osten. Die ganze Zeit hat man das Meer im Blick, die Klippen fallen steil ab und die Landschaft wirkt offener und weiter als in den Tagen zuvor.

🌄 Boca do Risco
Einer der schönsten Spots des Tages. Ein freier Aussichtspunkt hoch über den Klippen, mit Blick auf den Atlantik in beide Richtungen. Perfekt für eine Pause – und definitiv einer dieser Orte, die hängen bleiben.

🌿 Wechsel zwischen Küste & Wald
Nach den offenen Küstenabschnitten geht es immer wieder durch bewaldete Passagen weiter Richtung Machico. Diese Mischung macht die Etappe nochmal abwechslungsreich.

🏡 Zum Abschluss haben wir in einem 4-Sterne-Hotel übernachtet. Nach den letzten Tagen fühlt sich das fast schon wie ein kleines Upgrade an. Abends gab es ein großes Buffet, bei dem wirklich jeder nochmal richtig zugeschlagen hat. Danach sind wir ziemlich müde, aber einfach nur glücklich ins Bett gefallen – mit dem Gefühl, die Insel einmal komplett durchquert zu haben.

Fazit: Madeira, du hast uns verzaubert!

Der Madeira Trail ist eine intensive und abwechslungsreiche Wanderreise, die die Insel aus einer ganz anderen Perspektive zeigt. Die Kombination aus Bergen, Levadas, Küste und ständig wechselndem Wetter sorgt dafür, dass sich kein Tag wie der andere anfühlt. Die Tour ist fordernd und teilweise unberechenbar – genau das macht sie aber so besonders. Man ist viel draußen unterwegs, bewegt sich konstant und nimmt die Landschaft deutlich bewusster wahr als bei einer klassischen Reise.

Für mich war es ein Abenteuer, das ich so vorher noch nicht erlebt habe – verbunden mit diesem besonderen Gefühl, am Ende wirklich einmal quer über die Insel gelaufen zu sein.
Ich würde die Reise definitiv wieder machen und habe danach richtig Lust bekommen, noch mehr Weitwanderungen auszuprobieren 🙂

Hier gehts zur Buchung.

Für wen lohnt sich der Madeira Trail?

Der Madeira Trail lohnt sich vor allem für alle, die gerne aktiv unterwegs sind und Lust haben, mehrere Tage am Stück zu wandern. Eine gewisse Grundfitness ist wichtig, da die Etappen durch Distanz und Höhenmeter anspruchsvoll sein können.

Wenn du es magst, draußen zu sein, dich körperlich zu fordern und unterschiedliche Landschaften zu erleben, passt die Tour sehr gut. Auch wenn du gerne individuell unterwegs bist, aber gleichzeitig eine organisierte Struktur im Hintergrund schätzt, ist das Konzept ideal.

Weniger geeignet ist die Reise, wenn du einen klassischen, entspannten Wanderurlaub suchst oder viel Wert auf gleichbleibenden Komfort legst. Auch das wechselhafte Wetter sollte man nicht unterschätzen.

Unterm Strich ist der Madeira Trail perfekt für alle, die ein echtes Outdoor-Erlebnis suchen – mit Herausforderung, Abwechslung und dem Gefühl, am Ende wirklich etwas geschafft zu haben.

Am Ende bleibt vor allem dieses Gefühl, wirklich einmal quer über Madeira gelaufen zu sein.

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